Dieter Freise

Heidelberg hat eine seiner berühmtesten Sportgrößen verloren: Nach langer schwerer Krankheit ist am 5. April im Alter von 73 Jahren Dieter Freise gestorben. Nicht nur der Hockey-Club Heidelberg trauert um den Olympiasieger von 1972, sondern die Hockeygemeinde von ganz Deutschland ist betroffen. Von überall her erreichen seine Frau Juliane und seine beiden Töchter Tanja und Saskia tief empfundenes Beileid.
Dieter Freise zählte im Laufe seiner höchst erfolgreichen Hockeylaufbahn zu den beliebtesten und besten Spielern weltweit. 86 Länderspiele (73 im Feld und 13 in der Halle) legen davon Zeugnis ab.
Startpunkt seiner Karriere war Mitte der fünfziger Jahre der gerade neu errichtete Hockeyplatz des Hockey-Club Heidelberg an der Speyerer Straße. Vater Günther, selbst Hockeyspieler, hatte ihm und seiner Schwester Helga den Hockeyvirus vererbt. Seit Mitte der sechziger Jahre war Dieter Freise bis 1984 ununterbrochen ein wichtiger Leistungsträger im Bundesligateam des HCH und feierte an der Seite seiner alten Weggefährten aus Jugendzeiten, darunter der unvergessene Michi Peter, zwei Deutsche Meisterschaften, 1971 in der Halle und 1982 im Feld. 1969 wurde er in die Nationalmannschaft berufen. Absolute Krönung der internationalen Karriere war zweifellos die Teilnahme an zwei Olympischen Spielen mit der Goldmedaille 1972 in München durch den denkwürdigen 1:0-Sieg im Finale gegen Seriensieger Pakistan. 1976 war er in Montreal dabei (5. Platz). 1970 wurde er in Brüssel Europameister, 1974 in Madrid gab es noch mal einen zweiten Platz. All diese Erfolge waren der Lohn für seine unermüdliche Trainingsbereitschaft und seinen unbändigen Kampfgeist auf dem Spielfeld. Bis 1986 spielte er im Bundesligateam des HCH. 1976 beendete er seine internationale Laufbahn, als er die Zahnarztpraxis seiner Eltern übernahm.
Obwohl ihm im Laufe der Jahre mehrfach lukrative Angebote großer deutscher Vereine unterbreitet wurden, blieb der „Ur-Heidelberger“ aus der Ziegelgasse seinem HCH treu. Kameradschaft und Zuverlässigkeit prägten nicht nur sein sportliches Leben. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn stellte er sich als Trainer in den Dienst des Vereins. Er arbeitete mit verschiedenen Teams; der 3. Platz bei der Deutschen Meisterschaft mit der weiblichen B-Jugend war 2003 ein besonderer Höhepunkt und Endstation seines Trainerlebens.
2009 beendete er auch sein Berufsleben und übergab er seine Zahnarztpraxis an einen Nachfolger. Aber zu Hause auf dem Sofa altern wollte er nicht. Wie so viele Hockeyspieler vor ihm hatte er bald den Hockey- mit dem Golfschläger vertauscht. Auch hier erreichte er ein beachtliches Niveau, sogar ein Turniersieg bei einem französischen Turnier gelang ihm. Dem HCH blieb er immer – nicht nur als Vorstand des Fördervereins – stark verbunden.
Dieter Freise hinterlässt nach 34 Ehejahren seine Frau Juliane, mit der er – vor allem seit seinem Eintritt in den beruflichen Ruhestand – zahlreiche Fahrten mit dem geliebten Wohnmobil unternahm. Dabei ist die Toskana – so Juliane Freise – fast zur zweiten Heimat geworden.
Mit seinen Olympiasiegerkollegen von 1972 traf man sich regelmäßig seit dem 25. Jubiläum im Jahre 1997. Da wurden alte Verbindungen wieder aufgefrischt, die im Laufe der letzten Jahre immer intensiver wurden. Die alten Freunde sind natürlich besonders betroffen, dass nun nach Michi Peter der zweite Heidelberger aus dem Münchner Goldteam verloren ist. Reiner Seifert charakterisiert Dieter Freise so: „Dieter hat immer gesagt und getan, was er gemeint hat.“ "Er war als Mensch und auch als Sportler ein überaus zuverlässiger Freund und guter Kamerad", fügt Peter Trump hinzu. Fritz Schmidt erinnert sich an viele freundschaftliche Treffen mit dem früheren „kämpfenden Dauerläufer“. Und der Frankfurter Horst Dröse äußert sich so: „Mit Dieter habe ich acht gemeinsame Jahre meistens im rechten Mittelfeld und auf der rechten Läuferposition erfolgreich Hockey spielen können. Seine Schnelligkeit und seine Spielintelligenz prägten seine sportliche Leistung. Er war für sein fair-play allgemein bekannt und galt auch außerhalb des Hockeyplatzes als vorbildliche Persönlichkeit. Bei den gemeinsamen Reisen mit der Nationalmannschaft teilte ich mit ihm meistens das Zimmer, was uns beiden die Möglichkeit gab, uns vor jedem Spiel zu motivieren und auch persönliche Dinge auszutauschen. Mit Dieter Freise habe ich meinen engsten Mitstreiter in der Nationalmannschaft und einen persönlichen Freund verloren. Ich bin zutiefst traurig; mein Mitgefühl gilt seiner Familie, insbesondere seiner lieben Frau Juliane. Dieter, es war eine tolle und lustige Zeit. Du wirst mir sehr fehlen.“ Im Namen des Hockey-Club Heidelberg fügt dessen Präsident Karlheinz Maier hinzu: „Der HCH trauert um den grßen Sportler und liebenswerten Menschen Dieter Freise. Wenn man ein positives Beispiel für einen Teamplayer sucht: Dieter war dem Ideal ganz nahe.“

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