München/Heidelberg. Lukas Ingrisch, der Trainer des ASV München, zollte nach einer denkwürdigen Hitzeschlacht dem Hockey-Club Heidelberg „großen Respekt für einen fairen Auftritt unter schwierigsten Umständen“. Denn dass die Heidelberger beim ASV München von vorneherein nicht die geringste Erfolgschance hatten, war klar und stellte sich bei der 0:8-Niederlage als zutreffend heraus. Aber der ASV-Coach zeigte sich von der Einstellung des Heidelberger Absteigers beeindruckt, die mit nur 12 Mann, also mit nur einem Auswechselspieler, angereist waren und das zu einem Spiel, das bei tropischen Temperaturen stattfand. 10 Stammspieler fehlten aus verschiedensten Gründen beim HCH, so dass Spielertrainer Leonard Teichmann den Kader aus der 2. Mannschaft auffüllen musste.
In der ersten Halbzeit leistete der HCH dem Spitzenreiter, der einen Sieg brauchte, um den Aufstieg in die 2. Bundesliga sicher zu machen, noch nennenswerten Widerstand. Dass Sekunden vor Ende des ersten Viertels dem ASV die Führung gelang, war etwas unglücklich und beflügelte die Bayern sichtbar. Als ihnen in der 17. und 18. Minute zwei weitere Treffer gelangen, war das Spiel vorentschieden. Dieses 0:3 hielt der HCH bis zur Pause, was angesichts der Umstände durchaus ehrenhaft war. Leonard Teichmann sah das nach dem Spiel so: „Ich bin stolz auf mein Team, dass wir zur Halbzeit ‚nur‘ 0:3 zurücklagen.“
Nach der Pause wurde die Überlegenheit des ASV drückender. Die mangelnden Wechselmöglichkeiten hinterließen in dieser heißen Abwehrschlacht sichtbare Spuren. Die Kräfte der Heidelberger ließen nach; der ASV konnte seine Reserven wirksamer ausspielen. Noch fünfmal musste HCH-Torhüter Carl Stichweh hinter sich greifen und verdiente sich dennoch bei zahlreichen Situationen höchstes Lob für sein großes Können. Denn keiner der insgesamt acht Treffer war haltbar, viele der zehn Münchner Strafecken wehrte er ab, nur eine traf ins Ziel. Trotz der hohen Niederlage waren die Heidelberger nicht frustriert. Co-Trainer Jonas Lorenz urteilte: „Es war einfach nicht mehr drin. Wir haben alles gegeben und können erhobenen Hauptes nach Hause fahren.“
